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Eisenbahnmitteilungen aus der Region Nordhessen

Hier finden Sie  aktuelle Meldungen aus dem Bahnverkehr für die Region Nordhessen und Umgebung

Oktober 2005

Bad Arolsen. Im Zuge der Umbauten an der Strecke Kassel-Korbach, die zur Zeit erfolgen um eine höhere Geschwindigkeit auf der Strecke zu ermöglichen, werden auch die Bahnsteiganlagen in Bad Arolsen auf eine neue Höhe angepasst. In den vergangenen Tagen, wurden bereits weite Teile der Strecke ausgetauscht und erneuert. Dazu erfolgte in einigen Abschnitten auch eine Sperrung der Bundesstraße, die von der Bahnstrecke gekreuzt werden.

Signalstörungen. Auf der neuen Strecke von Korbach nach Willingen, die nun von einer neuen Zentralsteuerung aus erfolgt, gibt es nach Auskunft von Mitarbeitern der Kurhessenbahn Probleme mit den Steuerkabeln, die neu verlegt wurden. Der Bahnverkehr wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Bad Arolsen. Auf Gleis 1 erfolgt zur Zeit der Einbau der neuen Betonteile für den Bahnsteig.

Bad Arolsen. Zum halten bleiben die Züge im hinteren Teil des Bahnhofes stehen.


Draisinen oder Radweg

Ideen zur Nutzung der alten Bahntrasse zwischen Korbach und Bad Wildungen.

Januar 2005

WALDECK (gs). Die seit Jahren stillgelegte Bahnstrecke zwischen Bad Wildlingen und Korbach ist nicht abgeschrieben: Derzeit wird über zwei Nutzungsmöglichkeiten für den Trassenabschnitt zwischen dem Waldecker Stadtteil Selbach und der Kreisstadt nachgedacht. Einige private Initiatoren wollen Draisinen auf der Strecke rollen lassen. Landrat Helmut Eichenlaub möchte sie als Radweg nutzen.
Die Bahntrasse zwischen Korbach und Bad Wildungen fristet seit Jahren ein ruhiges Dasein. Die Zeiten, in denen die Züge von der Kreis- in die Kurstadt und zurück fuhren, gehören der Vergangenheit an. Mutter Natur erobert sich seither Stück für Stück die Strecke zurück - Gras und Gestrüpp wächst zwischen den Schwellen.
Nun gibt es zwei Ideen, um die Trasse neu zu beleben. Eine Gruppe von knapp 20 Interessierten, unter ihnen Heinrich Figge aus Höringhausen, haben sich zu einem ersten Informationsabend auf „Hof Heide" getroffen, um die Einrichtung einer Draisinen-Strecke zu erörtern. Dabei zeigte sich, dass bereits bestehende Draisinen-Angebote in anderen Landkreisen bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt sind. Teilweise seien die Fahrten bis zu einigen Monaten im voraus ausgebucht, hieß es.
„Die Idee ist nicht schlecht", fasste Heinrich Figge seine Eindrücke des Informationsabends zusammen, dem ein weiterer folgend soll. Erste Kontakte wurden bereits mit der Deutsche Bahn AG geknüpft. So soll sich der jährliche Mietpreis für die Trasse zwischen Selbach und Korbach nach Figges Angaben auf rund 20000 Euro belaufen. „Da ist aber sicherlich noch Spielraum nach unten unten", glaubt er.

Andere Gedanken zur Bahntrasse hat sich Landrat Helmut Eichenlaub gemacht. Nach Auskunft von Pressesprechers Dr. Hartmut Wecker favorisiert er einen Radweg. „Unter bestimmten Voraussetzungen ist die Einrichtung eines Radweges auf solchen Strecken mit Bundesmitteln förderfähig", erklärte Wecker. Bedingung sei, das der geplante Radweg parallel zu einer Bundesstraße mit hohem Fahrzeugaufkommen verlaufe. „Mit einer solchen Maßnahme soll die Anzahl der Unfälle, in die Radfahrer oder Fußgänger außerhalb der geschlossenen Ortschaft verwickelt sind, verringert werden." Über die Höhe möglicher Zuschüsse gibt es im Kreishaus noch keine Erkenntnis.
Im März vergangenen Jahres hat Eichenlaub eine Anfrage bezüglich des Radweges an das Straßenverkehrsamt in Bad Arolsen gerichtet. Das Ergebnis der Prüfung, in dessen Rahmen auch eine Kostenschätzung erfolgen soll, hegt noch nicht vor. Dass sich parallel zu seinem Plan eine Gruppe privater Initiatoren gefunden hat, die auf der alten Trasse etwas bewegen möchten, freue den Kreishauschef. „Der Ideenwettbewerb wird sich positiv auswirken", sagte Wecker. Waldecks Bürgermeister Peter Brandenburg war von konkreten Plänen für eine Draisinen-Strecke nichts bekannt. „Auf einer langen Stück der Trasse ist das sicherlich eine problematische Angelegenheit", sagte Brandenburg, der in diesem Zusammenhang auf das starke Gefalle der Strecke in einigen Teilbereichen hinwies. Von der Möglichkeit, alte Bahntrassen mit finanzieller Hilfe des Bundes in Radwege umzuwandeln hat er schon gehört. „Im Vogelsbergkreis gibt es seit einigen Jahren eine solche Trasse."

Quelle:  Waldeckische Landeszeitung   Fotos: Andreas M.


Stillgelegte Bahnstrecke zwischen Korbach und Edertal wird zum Radweg ausgebaut.

28. März 2005

KORBACH / WALDECK (gs). Gute Nachrichten zum Osterfest: Die stillgelegte Bahntrasse zwischen Korbach und Edertal-Buhlen wird zu einem Radweg umgestaltet. Die Kosten des Projektes belaufen sich nach der Vorprüfung auf rund vier Millionen Euro und sollen vollständig aus Bundesmitteln finanziert werden.
„Das ist ein wunderbares Ostergeschenk für Waldeck-Frankenberg", freute sich am Donnerstag Landrat Helmut Eichenlaub. Neben den Freizeittrends Reiten und Wandern sei Radfahren besonders beliebt.
Das Radweg-Projekt auf der ungenutzten Schienentrasse meldete der Landkreis im vergangenen Jahr zur Prüfung an. Am Donnerstag trafen sich Mitarbeiter der Deutschen Bahn AG, des Denkmalamtes und des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen mit dem Landrat und Vertretern der Städte Korbach, Waldeck und Bad Wildungen sowie der Gemeinde Edertal im Kreishaus, um das Ergebnis zu erfahren. Projektleiter Hans-Dieter Gasch aus Bad Arolsen stellte die Ergebnisse der Untersuchung seiner Baufachleute vor.
Bund trägt die Kosten
Danach sind die Kriterien für die Anlage eines kombinierten Rad- und Gehweges in der Baulast des Bundes erfüllt. Ausgegangen wird von einer potenziellen Nutzung durch 15 Radfahrer in der Spitzenstunde. Das bedeutet für den Landkreis, dass sowohl die Planungs als auch die Baukosten voll vom Bund übernommen werden und nicht nur ein Zuschuss gewährt wird. Für den Radwegebau gibt es m Berlin einen separaten Fördertopf. Bedingung für die Finanzierung ist, dass die Trasse parallel zu einer stark frequentierten Bundesstraße verläuft. Das Projekt soll zwei Funktionen übernehmen: Zum einem erhoffen sich alle Beteiligten eine positive Auswirkung auf den Tourismus, zum anderen wird eine ortsverbindende Wirkung erwartet. Insgesamt fünf Strecken- und Bauabschnitte sind geplant. Ausgehend von Korbach- Meineringhausen folgen Teilstücke bis Höringhausen, Sachsenhausen, Netze und Buhlen.
Verglichen wurde bei der Voruntersuchung, welche Alternativen zu der stillgelegten Bahnstrecke als kombinierter Rad- und Fußgängerweg denkbar wären. Bei der Gegenüberstellung mit einer Trassenführung auf vorhandenen Wirtschaftswegen kamen die Experten im Amt für Straßen- und Verkehrswesen zu dem Schluss, dass der Schienenstrang die kürzeste Verbindung ist und die minimalsten Steigungen hat.
 

Der Haltepunkt Höringhausen, bald “Rastplatz” für Fahrrad Touristen ?

Der Radweg über die Bahntrasse führt an 21 Bauwerken vorbei. Ferner hegen auf der Strecke zwei Tunnel von jeweils rund 60 Metern Länge sowie die über 40 Meter hohe Talbrücke bei Selbach, über die der Radweg führen soll. „ Entsprechende Sicherheitsgeländer werden installiert, so dass niemand abstürzen kann", versicherte Gasch.
Die Herstellung der Verkehrssicherheit der an der Trasse befindlichen Gebäude einschließlich Unterführungen, Viadukt oder Tunnel gehen zu Lasten des Bundes. Die anschließende Unterhaltungspflicht obliegt in einigen Fällen den jeweiligen Anliegergemeinden, andere müssen vom Kreis Waldeck- Frankenberg übernommen werden.
Nach der Grundsatzentscheidung werden nun Planungs- und Baurecht geschaffen, naturschutzrechtliche Genehmigungen eingeholt und der erforderliche Grunderwerb abgeschlossen. Danach erfolgt das notwendige Entwidmungsverfahren.

                                               Freigabe vielleicht 2008

Nach Abschluss der Präsentation erklärte Landrat Eichenlaub in Abstimmung mit den anwesenden Vertretern von Korbach, Waldeck, Bad Wildungen und Edertal: „Dann machen wir das Ding. In 2006 fangen wir mit dem Radwegebau an." Zwei Jahre später könnte die Strecke befahrbar sein. Doch zunächst muss die Deutsche Bahn AG die Sachstände prüfen, vorhandene Infrastruktur auflisten und zurückbauen. „Zu welchem Zeitpunkt wir damit fertig sind, können wir heute noch nicht sagen", so Birgit Gotz, Diplom- Immobilienökonomin der DB.

Quelle:  Waldeckische Landeszeitung   Fotos: Andreas M.


Bombenfund am Bahnhof Willingen.       16. Mai 2005

WILLINGEN (bk). Schreck in der Morgenstunde am Freitag, dem 13. Mai. Bei den Gleisbauarbeiten am Willinger Bahnhofsgelände beförderte der Bagger gestern gefährliche Zeugnisse der Vergangenheit ans Tageslicht eine komplette Wurfgranate aus dem Zweiten Weltkrieg sowie eine halbe Granate. An beiden war der Zünder noch vorhanden.
Die Mitarbeiter der in Stadthagen ansässigen Baufirma stießen in letzter Zeit bereits wiederholt auf kleinere Bruchstücke von Kriegsmunition. So erkannte der Baggerfahrer auf Anhieb, was er vor der Schaufel hatte, als er gegen 8.30 Uhr auf die Granate stieß.

Bei Bauarbeiten an dem Willinger Bahnhof gefunden. Eine Wurfgranate aus dem letzten Krieg.

Die Bauarbeiten wurden sofort unterbrochen, die nur wenige Meter von der Anbindung Willingen-West entfernte
Fundstelle gesichert und der Bahnverkehr zeitweilig eingestellt. Die Polizei sperrte das Areal weiträumig ab. Beamte des Bundesgrenzschutzes, der für das Bahngelände zuständig ist, kamen per Hubschrauber in den Weltcup-Ort und überwachten die Bergung der Fundstücke. Die Mitarbeiter der auf dem Bahnhofsgelände ansässigen Firmen wurden vorübergehend evakuiert.
Den gefährlichsten Job erledigten zwei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes aus Kassel. Sie untersuchten die Munition und sorgten für den Abtransport. Nach ihren Angaben handelte es sich um eine deutsche 21- Zentimeter-Wurfgranate (die Zahl steht für den Durchmesser), Baujahr 1942, die mit 9,5 Kilogramm TNT gefüllt war und auch Nitroglyzerin-Pulver enthielt. Das 112 Kilo schwere Teil dürfte zur Ladung eines Munitionszugs gehört haben, der am 20. März 1945 von Jagdbombern angegriffen wurde und explodierte.

Die Wurfgranate wurde ebenso wie die halbe Granate in das explosionsgeschützte Spezialfahrzeug verpackt und
nach Romrod im Vogelsbergkreis gebracht. Dort gibt es in einem großen Waldgebiet einen Platz, an dem Kampfmittel vernichtet werden. Die Sperrung wurde gestern um 11.37 Uhr wieder aufgehoben und die Züge durften wieder fahren. Wie ein Sprecher der Kurhessenbahn auf Anfrage der Waldeckischen Landeszeitung/Frankenberger Zeitung bestätigte, werden die Arbeiten an dem betroffenen Gleis, die eigentlich bis gestern Mittag abgeschlossen werden sollten, am Dienstag fortgesetzt - dann aber unter Aufsicht des Kampfmittelräumdienstes.

Der Bahnhof Willingen vor dem Beginn der Gleisarbeiten.      Foto: Andreas M.

Am 20. März 1945, griffen englische Jagdbomber gegen 17:00 Uhr einen voll beladenen Munitionszug an, der bereits seit 2 Tagen auf dem Bahnhof abgestellt war. An jenen Tagen wurde Willingen von gewaltigen Explosionen erschüttert. Das Bahnhofsgebäude und das umliegende Gelände wurde erheblich zerstört. Große Holzvorräte auf dem Bahnhofsgelände und wertvolle Maschinen wurden ein Raub der Flammen. 19 Familien wurden damals obdachlos, doch wie durch ein Wunder kam niemand ums Leben.

Quelle:  Waldeckische Landeszeitung  

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