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Orkan “Kyrill” legt in Deutschland den Bahnverkehr lahm.
Erstmals in der Deutschen Bahngeschichte stellt die Deutsche Bahn den Zugverkehr ein. Mit dem Orkantief “Kyrill” ist im Januar 2006 der schwerste Wintersturm seit Jahren über Europa hinweg gezogen.
Lesen Sie hier in dieser Reportage wie die Deutsche Bahn den Sturm überstanden hat.
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Foto: DPA
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Es wurde vielfach in den Nachrichten bereits darauf hingewiesen, dass ein Sturmtief am Donnerstag Deutschland erreichen würde. Doch keiner hat sich Gedanken darüber gemacht, welche Auswirkungen dieser Sturm auf das Verkehrswesen haben würde. Nicht nur die Deutsche Bahn sondern auch der Luft und Autoverkehr war stark eingeschränkt, viele Flugzeuge konnten wegen des starken Sturms weder Starten noch landen und auch auf dem Flughäfen standen tausende von Reisenden, die einfach nur nach Hause wollten. Erstmals in der deutschen Nachkriegsgeschichte wurde der Zugverkehr in Deutschland komplett eingestellt. Für viele Reisende war diese Nachricht zunächst unverständlich da sich viele keine Gedanken über die Auswirkungen des Unwetters gemacht hatten. Es wäre für die Deutsche Bahn unmöglich gewesen so viele Reisende aus verunglückten Zügen zu retten und zu evakuieren. Auch hätten sich weitere, schwere Unfälle dadurch ereignen können, dass Züge in umgestürzte Bäume gerast wären. Allein aus diesem Gesichtspunkt war die Entscheidung der Deutschen Bahn korrekt und richtig.
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Nichts geht mehr. Alle Züge stehen still. Foto: DPA
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Zu bemängeln bleibt, dass die Informationspolitik der Bahn sehr zu wünschen übrig ließ. Hätte man die Bahnkunden besser informiert, wäre sicher das große Chaos auf den Bahnhöfen ausgeblieben.
Als Konsequenz aus diesem Desaster, installiert die deutsche Bahn zurzeit an 25 Bahnhöfen ein Drahtloses WLAN-Angebot. Hier können in Zukunft wartende Fahrgäste sich in das Internet einwählen. Aber auch das Service Personal der Bahn soll die neue Technik zur besseren Fahrgast Information nutzen. So können in Zukunft via Handy oder der Laptop Zug-Informationen abgerufen werden. Damit sollen in Zukunft die Serviceschalter entlastet werden.
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Ein Tag vor dem großen Sturm war die “Bahnwelt” noch in Ordnung
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Für viele Fahrgäste war am Abfahrtbahnhof bereits Endstation.
Zunächst versuchte die Bahn noch einen Ersatzverkehr mit Bussen oder Taxis zu arrangieren. Doch als am Abend der Sturm noch an Stärke zunahm, waren auch nahe gelegenen Hotels und Unterkünfte rar geworden. Viele Fahrgäste zogen es vor, auf dem Bahnhof auf eine eventuelle Zugfahrt zu warten. Auf vielen Bahnhöfen wurden im Lauf des Abends Züge zum Aufenthalt bereitgestellt. Hier wurden die Reisenden auch mit Tee und warmen Decken versorgt
Am späten Donnerstag abend entschied sich dann die Bahn auch den Güterverkehr aus Sicherheitsgründen einzustellen.
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Geduld mußte aufbringen wer mit der Bahn fahren wollte. Foto: DPA
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Die Bahn stellte auf vielen Bahnhöfen Reisezug und ICE Züge zum Aufenthalt bereit. Hier konnten die Fahrgäste sicher die Nacht verbringen. Foto: DPA
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Foto: DPA
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Foto: Andreas M.
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Auch am neuen Berliner Hauptbahnhof gab es Sturmschäden. Hier lösten sich Stahlträger aus der Verankerung und drohten nach unten zu stürzen.
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Auch eine neue Erfahrung für viele Reisende. Statt vor dem heimischen Fernseher zu sitzen, konnte man in stehenden Zügen stundenlang das Treiben auf dem Bahnhof beobachten.
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Die Bahn nimmt wieder Fahrt auf. Damit es auch in Zukunft so bleibt, sollten die Planer berücksichtigen, dass dichte Wälder die 3 m neben den Gleisen stehen ein potentielles Risiko darstellen. So führte bereits eine mittlere Sturmböen dazu, dass Strecken wegen umgestürzter Bäume und herunter gerissener Oberleitung gesperrt werden müssen. Hier sollten vielleicht unsere deutschen Eisenbahningenieure mal einen Blick in die USA werfen. Hier sind die Fahrwege in der Regel 20 m breit und frei von Bäumen die auf Schienen umkippen könnten.
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Text: Andreas M. Fotos: wenn nicht anders angegeben Andreas M. Unter Verwendung von Material von DPA
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