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Die  Video - Aufnahme

Willkommen zu Tipps und Tricks rund um die Videoaufnahme.

Es freut mich, das Sie durchhalten und auf diesen Seiten weiterlesen. Bevor wir beginnen, möchte ich ein Wort an die Designer von Kameras richten. Man sollte diese zwingen, die Kameras die heute auf dem Markt sind mal eine Stunde mit ausgestrecktem Armen zu halten, dann werden die Jungs merken, was sie für’n Mist entwickelt haben. Die besten Kameras, die es mal gab, waren die für VHS-Kassetten. Diese wurden wie Profigeräte auf der Schulter getragen. Hiermit konnte man auch ohne Antiwackeleinrichtung eine ruhige Kameraführung erreichen. Aber nein... die Kamera sollte ja ins Handtäschchen passen. Sicher, die Miniaturisierung der Mikroelektronik hat natürlich auch dazu beigetragen, dass die Geräte immer kleiner wurden. Jedoch für den Filmamateur nicht immer zum Vorteil in der praktischen Anwendung. Wer wie ich, die Kamera nicht nur am Heiligen Abend oder im Urlaub benutzt, wird mir da zustimmen.

Verwendete Photoobjekte © by Hamera

Machen Sie den:  Kameramann Eignungstest.

Wir brauchen dazu: 2 leere Papprollen von der Klopapierrolle. Wenn nicht vorhanden können Sie auch ihre beiden Hände nehmen. Halten Sie die Papprollen wie ein Fernglas vor die Augen. Haben Sie keine Papprollen, können Sie auch mit ihren Händen ein Fernglas simulieren. Schwenken Sie nun mit dieser “Hilfsoptik” vor den Augen, 30 Sekunden den Kopf auf und ab, sowie nach links und rechts. Aber bitte wirklich 30 Sekunden !

Und nun der zweite Teil vom Test: Nehmen Sie zwei Papprollen einer Küchentuchrolle, oder wenn nicht vorhanden, zwei DIN-A 4 Blätter und rollen Sie diese der Länge nach auf, denn wir simulieren nun das Teleobjektiv. Halten Sie diese “Testeinheit” vor die Augen und schwenken Sie wieder den Kopf nach allen Seiten. Bitte die 30 Sekunden beachten ! Nach diesen beiden Testversuchen, müsste ihnen richtig übel geworden sein und Sie haben den Test bestanden.

Fazit: Wenn Sie in dieser Form ihre Filme erstellen, wird auch den Zuschauern, die sich ihren Film ansehen schlecht.     Kennen Sie die Sprache der Filmkritiker ? “ja, der Film war ja ganz nett, aber wir müssen jetzt gehen, weil meine Frau Kopfschmerzen hat” ist zu übersetzen mit: “bloß nicht noch so ein  Wackelfilm das ertragen wir nicht”. Das können Sie ganz einfach vermeiden wenn Sie einmal gelernt haben, wie Sie die Kamera führen müssen, um damit gute Filme zu drehen. Heutzutage gibt es Digitalkameras günstig in fast schon jedem Supermarkt zu kaufen. Sie sind ein ideales Einstiegsequipment und ein geeignetes Werkzeug (nicht nur) für den Hobbyfilmer. Denn durch teures Equipment wird ein Film nicht automatisch besser. Das Wichtigste ist, dass der Kameramann weiß, wie er mit seiner Kamera umzugehen hat. Dann können Sie auch ohne vorher viel Geld in eine Kamera zu investieren Filme vorführen, die von Ihren Bekannten gerne angeschaut werden.

Machen Sie es nie ohne !

Gemeint ist natürlich das: Stativ .

Sie können ihre Filme erheblich aufwerten, indem Sie sich angewöhnen die Kamera grundsätzlich auf ein Stativ zu setzen. Diese sind heute in sehr leichter Bauweise zu bekommen, und Sie benötigen keinen Stativschlepper wie beim Fernsehen. Es gibt auch Einbeinstative, die einen Teleskopfuß haben und nicht größer als ein Knirps Regenschirm sind. Allemal besser, als aus der Hand zu Filmen. Auch ein Besenstiel, mit grauer Farbe übermalt ist professionell und erfüllt seinen Zweck.

Das Ganze hat noch einen weiteren Vorteil. Sie können die “Antiwackelfunktion”, ich meine die Bildstabilisierung wie es in der Bedienungsanleitung benannt wird abschalten.

Bie Bildstabilisierung.

Nachdem die Entwickler von Digitalkameras festgestellt hatten, das dass halten der Kamera mit einer Hand die Aufnahme erheblich verwackelt, wurde ein Bildstabilisator eingebaut. Damit wurde das Bild stabiler und die Darstellung ruhiger aber oft leidet bei billigen Kameras darunter die Bildqualität.

Die Zoom Funktion.

Wie die Cowboys haben einige ständig die Finger am Abzug beziehungsweise an der Zoom- Funktion. Da wird wie verrückt hin und her gezoomt bis die Akkus leer sind. Wird nun das ganze noch aus der freien Hand gefilmt und die Kamera hin- und her geschwenkt, dann müssen Sie sich nicht wundern, das keiner ihre Filme sehen will. ( Siehe oben die Sache mit der Filmkritik )

Die Übung macht den Meister !

Wenn Sie möchten, machen wir nun eine Übung mit der Kamera.

Stellen Sie die Kamera auf ein Stativ oder auf eine feste Unterlage. Zoom auf Weitwinkel stellen. Fixiren Sie nun einen Gegenstand oder eine Person an. Nehmen Sie diese Einstellung für 10 Sekunden auf. Nun die Kamera ausschalten. Jetzt Zoomen sie auf die mittlere Entfernung ran. Diese Einstellung für 10 Sekunden aufnehmen. Nun die Kamera ausschalten. Nun auf Nahaufnahme Zoomen und diese Einstellung für 10 Sekunden aufnehmen. Die Zoom-Funktionen wird nur in den Aufnahmepausen benutzt.

Wie gesagt, die Zoom-Funktion wird nur in der Aufnahmepause benutzt. Lassen Sie nun das Band zurücklaufen und betrachten Sie die gemachte Aufnahme. Sie sehen 3 saubere Szenen: Fern- Mittel und Nahaufnahme.  Ein “Anfänger” hätte die Kamera in die Hand genommen und würde diese Szene in einem Rutsch voll “durchzoomen”.

Natürlich können Sie ab und zu die Zoom-Funktion im Bild sichtbar werden lassen. Aber dann immer nur einen kurzen Moment. In unseren Beispiel können Sie nach der dritten Aufnahme die Position der Kamera um 1 bis 2 Meter nach links oder rechts verändern, um dann von der Nahaufnahme nur bis zur Mittleren Aufnahme zurück zoomen. Aber bitte langsam zoomen. Wenn Sie ein gutes Motiv haben, kommt dieses wesentlich besser zur Geltung wenn Sie das Motiv aus verschiedenen Kamerapositionen aufnehmen. Wechseln Sie daher den Standort um 1 bis 2 Meter (dabei ist die Kamera natürlich aus !) und nehmen das Motiv aus einem anderen Blickwinkel auf. Handelt es sich dabei um ein stehendes Motiv wie z.B. eine Eisenbahn, langweilen Sie ihre Zuschauer nicht, in dem Sie zu lange auf ein und die selbe Stelle “zielen”. Jede Szene sollte 10 bis 12 Sekunden betragen. Bewegt sich das Motiv von selbst, ist das natürlich was anderes.

Der Aussendreh !

Ein gutes Motiv sind Bahnhöfe, hier pulsiert das leben. Leute bewegen sich und Züge fahren ein und aus. Geschäfte, Leuchtreklame und eine fülle an möglichen Motiven. Nicht zu vergessen die Tonkulisse. Bremsen von Lokomotiven, Lautsprecher  und Durchsagen.

Bevor es nun an die Arbeit beim Aussendreh geht, noch eine Sache vorweg. Wenn Sie den Film nur für sich selber machen möchten, ohne dass andere diesen Film sehen, können Sie aufnehmen, wie Sie es für sich gern hätten. Möchten Sie den Film jedoch anderen zeigen, sollten Sie folgende Ratschläge berücksichtigen:

Erstellen Sie einen kleinen Drehplan, mit dem was Sie zeigen möchten. Wählen Sie eine bestimmte Art der Filmberichterstattung. Wählen Sie ein bestimmtes Thema. Ist die Ausrüstung komplett, sind die Akkus geladen und haben Sie genug Kassetten dabei! dann kann es losgehen. Wichtig ist dann noch, dass Sie sich eine günstige Position suchen, von der Sie filmen können. Die Beleuchtung sollte ausreichend sein, denn für den Dreh an Bahnhöfen können Sie häufig nicht einfach Lampen und Leuchten zur besseren Ausleuchtung anbringen. Es sollte nicht zu dunkel sein, aber auch nicht zu hell, damit Ihr Film nicht überbelichtet wirkt. Beabsichtigen auf einem Bahnhof oder Flughafen zu filmen, dann gibt es einige “Spielregeln” zu beachten. Bedenken bitte dabei, dass es hier oftmals Leute gibt, die möchten nicht mit aufgenommen werden. Versuchen Sie auch nicht nach dem Motto: Versteckte Kamera, das kann Probleme mit besagten Leuten geben. Suchen Sie sich einen Standpunkt von dem Sie filmen möchten. Bauen Sie nun in aller Ruhe die Kamera aufs Stativ und schwenken, ohne durch die Kamera zu sehen, den Bereich ab, den Sie aufnehmen möchten. Jetzt haben nämlich alle, die nicht gefilmt werden wollen diesen Bereich verlassen und sich in andere Ecken zurückgezogen. Glauben Sie mir, das funktioniert immer und man bekommt keinen Ärger mit diesen Leuten.

Die Security kommt !

...und das kann ich ihnen garantieren. Wenn Sie auf besagten Bahnhöfen/Flughafen anfangen zu filmen. Vor allem, wenn Sie sich in der Nähe von Briefkästen auf dem Bahnhof in Position begeben. Die Sicherheitsleute wissen ja zunächst nicht, zu welchem Zwecke Sie mit der Kamera ihre Aufnahmen machen. Besonders, wenn es nicht Ihre Absicht ist, damit Aufsehen zu erregen. Bedingt durch Terrorwarnungen und Bombendrohung liegen bei den “Jungs” oft die Nerven blank und bevor man ihnen Ihre Rechte vorliest, sollten Sie wissen, was man darf und was nicht. Auf jedem Bahnhof/Flughafen hängt die Hausordnung aus. Hier können Sie nachlesen was Sie filmen oder fotografieren dürfen. Alle Aufnahmen, die nicht kommerziell (also verkauft werden) sind erlaubt. Beabsichtigen Sie die Aufnahmen zu verkaufen, sind die Aufnahmen genehmigungspflichtig und Sie brauchen eine Genehmigung. Begrüßen Sie die Security-Leute nett und freundlich und sagen Sie gleich, dass Sie Hobby-Filmer sind und die gemachten Aufnahmen rein Privat sind. Das Sie die Hausordnung kennen und sich natürlich an diese halten. Sie werden sehen, das funktioniert immer und oft bekommen Sie dann so manchen guten Tipp von den Sicherheitsleuten.

Bringen Sie Bewegung ins Spiel !

Der Film lebt von der Bewegung, eine Lokomotive hat mindestens 4 Seiten und eine Fülle von Details. Im Gegensatz zum Foto, sollte ein Film die Bewegung zeigen. Einen Motiv mit der Zoom Funktionen traktieren, machen nur Anfänger. Wechseln Sie öfter die Kameraposition und zeigen Sie Dinge, die auf dem ersten Blick nicht zu sehen waren.  Versuchen Sie immer, wie hier auf dem Bild rechts ein Detail in gleicher Höhe und nicht von oben herunter zu zeigen. Wählen Sie den Bildausschnitt so, dass der Betrachter ihrer Filme sofort erkennt, um was es sich handelt. Jede Szene sollte ca. 10-15 Sekunden lang sein. Wenn Sie zu lange auf ein Motiv halten, was sich nur wenig oder gar nicht bewegt, dann langweilen Sie damit ihre Zuschauer. Filmen Sie Leute die sich bewegen, das bringt immer Bewegung in den Film.

Das Ergebnis !

Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, kann sich ihr Film sehen lassen. Sammeln Sie auf einer Filmtour alles was Sie vor die Optik bekommen können. Wenn der Film später mit einem Videoschnitt Programm bearbeitet wird, können Sie dann immer noch entscheiden was in den Film kommt und was nicht. Wenn Sie möchten, sehen Sie sich gern die hier auf dieser Seite vorhandenen Eisenbahnfilme unter: WebVideo an.

Soweit dieser Teil über die Video Aufnahme. Wie ein Film noch weiter aufgewertet werden kann, können Sie                               unter: Videobearbeitung nachlesen. In diesem Sinne: Film ab.

Stand: Juni 2011

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